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Investor Briefing

Investor Briefing - April 2026

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

der April 2026 stand an den globalen Aktienmärkten ganz im Zeichen einer bemerkenswerten Wende. Nachdem der seit Ende Februar andauernde Iran-Konflikt im März für erhebliche Verunsicherung und teils kräftige Kursverluste gesorgt hatte. Die Schließung der Straße von Hormus trieb den Brent-Ölpreis zeitweise auf über 120 US-Dollar je Barrel, doch dann brachte der über Pakistan vermittelte und am 8. April offiziell verkündete zweiwöchige Waffenstillstand spürbare Entspannung. Die Ölpreise gaben um rund ein Viertel nach, und der S&P 500 konnte seine seit Kriegsbeginn aufgelaufenen Verluste egalisieren. Für die Anleger bedeutete dies vor allem eines: Die größte Sorge der vergangenen Wochen, ein dauerhaft eskalierender Konflikt mit anhaltend hohen Energiepreisen, einer neuen Inflationswelle und damit verzögerten Zinssenkungen, verlor zumindest vorübergehend an Schärfe.

 

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die laufende Berichtssaison zum ersten Quartal. Vor allem die US-Großbanken überzeugten: Bank of America meldete mit 8,6 Milliarden US-Dollar das stärkste Ergebnis je Aktie seit rund zwei Jahrzehnten, JPMorgan steigerte den Gewinn um 13 Prozent und Goldman Sachs sogar um 19 Prozent. Die Bedeutung dieser Zahlen reicht weit über den Bankensektor hinaus. Banken sind gewissermaßen das Frühwarnsystem der Wirtschaft: Stabile Zinserträge und ein gesundes Kreditwachstum sprechen für eine intakte Nachfrage von Unternehmen und Privathaushalten, während die geringen Rückstellungen für Kreditausfälle zeigen, dass die Schuldner ihre Verpflichtungen weiterhin gut bedienen können. Mit anderen Worten: Die US-Wirtschaft erweist sich als robuster, als viele befürchtet hatten.

 

Ähnlich aussagekräftig waren die Zahlen aus der Halbleiterbranche. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC steigerte den Umsatz um gut 35 Prozent und den Nettogewinn um 58 Prozent, während ASML mit 8,8 Milliarden Euro Umsatz die Erwartungen übertraf und seine Jahresprognose anhob. Halbleiter gelten als Konjunkturbarometer der modernen Welt, sie stecken in nahezu jedem Produkt, von Autos über Industrieanlagen bis hin zu Rechenzentren. Anhaltend starke Zahlen in diesem Sektor signalisieren daher, dass die Investitionen in künstliche Intelligenz mit unverminderter Dynamik weiterlaufen und der zugrunde liegende technologische Wachstumstrend intakt bleibt.

 

 

Strategie und Anlagephilosophie: Unser Kompass in unruhigen Zeiten

Vor diesem Hintergrund haben wir im April bewusst und zugleich besonnen gehandelt. Wir haben unsere Cashquote leicht reduziert und einen Nasdaq-ETF eingekauft. Maßgeblich für diese Entscheidung waren zwei Beobachtungen:

 

Zum einen zeigt sich die US-Wirtschaft trotz dergeopolitischen Belastungen weiterhin robust, und die Berichtssaison liefert mit zweistelligen Gewinnsteigerungen bei den großen, marktführenden Unternehmen den fundamentalen Beleg dafür. Zum anderen war die Verunsicherung an den Märkten in den Wochen rund um den Iran-Konflikt deutlich erhöht und genau solche Phasen erlauben es uns, attraktive Bestände aufzubauen. 

 

Damit folgen wir einem zentralen Grundsatz unserer Anlagephilosophie: Wir handeln antizyklisch. Während andere in Phasen erhöhter Angst Positionen reduzieren, prüfen wir, ob die fundamentale Situation der Unternehmen die Sorgen rechtfertigt, oder ob sich gerade dann besonders gute Gelegenheiten bieten. Der Blick auf die operativen Zahlen großer US-Technologie- und Halbleiterunternehmen hat in diesem Monat klar gezeigt: Die langfristigen Wachstumstreiber, allen voran die anhaltend hohe Nachfrage nach Rechen- und KI-Infrastruktur, sind intakt. 

 

Wichtig ist uns dabei die Verhältnismäßigkeit. Wir haben nicht alles auf eine Karte gesetzt, sondern unsere Position angefangen aufzubauen getreu unserem Anspruch, Risiken stets zu minimieren und nur dort zu investieren, wo wir die Geschäftsmodelle und ihre langfristige Ertragskraft verstehen. Die Reduktion der Cashquote bedeutet nicht, dass wir die Risiken ausblenden. Geopolitische Spannungen, hohe Bewertungen und eine eintrübende Stimmung in Europa bleiben präsent. Sie veranlassen uns aber nicht zu hektischen Reaktionen, sondern zu überlegtem, faktenbasiertem Handeln.

Unsere Linie bleibt damit unverändert: Wir investieren langfristig in qualitativ hochwertige Unternehmen, wie in diesem Monat aber auch mal ertragreiche Sektoren, lassen den Zinseszinseffekt für uns arbeiten und nutzen Phasen erhöhter Marktangst gezielt aus, statt uns von ihnen treiben zu lassen.

 

Ihr Team der Bluhm Capital

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